PROGRAMM – OKTOBER 2019
04. Okt Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream
ALAN BROADBENT TRIO
Alan Broadbent (p), Phil Steen (b), Georgia Mancio (voc)
Art of Piano 212

 

Er gilt als die treibende Kraft hinter den Kulissen des Jazz, als perfekter Mann aus dem Off, der vieles tut, um andere glänzen zu lassen. Aber Alan Broadbent, Pianist, zweifacher Grammy-Gewinner, Arrangeur, Dirigent und Komponist, 1947 in Neuseeland geboren, forciert seit gut einem Jahrzehnt zunehmend auch seine eigene Karriere. Er sei einer der ursprünglichsten Improvisatoren in der Welt des Jazz, lobte ihn der legendäre Bassist Charlie Haden, sein Freund und langjähriger Partner im „Quartet West“. Und die „Los Angeles Times“ schwärmte von ihm gar als einen „der besten lebenden Jazz-Pianisten“. Diese Qualitäten lernten in der Vergangenheit auch prominente Kollegen wie Natalie Cole, Diana Krall und sogar Sir Paul McCartney kennen und schätzen. Nun kommt Broadbent mit seinem eigenen Trio um den Hamburger Bassisten Phil Steen sowie die englische Sängerin Gerogia Mancio erstmals ins Neuburger „Birdland“ und will hier eine besondere Kostprobe seiner sensitiven Auffassung von Swing, Harmonie und Geschmack abgeben. Irgendwann verschmelzen vor dem geistigen Auge Bill Evans, Wynton Kelly, Tommy Flanagan, Nat „King“ Cole und Red Garland zu einem Amalgam aus Elfenbein, das einen Namen trägt: Alan Broadbent. Viel Vergnügen mit diesem absoluten Ausnahmepianisten.

Aktuelles Album:
Songbook – Roomspin Records

 

05. Okt Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Modern
TOM HARRELL „INFINITY“
Tom Harrell (tp, flh), Mark Turner (ts), Charles Altura (g), Ugonna Okegwo (b), Jonathan Blake (dr)

 

Seine bisherigen Gastspiele in Neuburg hinterließen einen unauslöschlichen Eindruck. Als Tom Harrell in wechselnden Besetzungen Kostproben seiner raren Kunst gab – zuletzt im April 2018 – herrschte atemlose Bewunderung. Wegen der Ausnahmeerscheinung an der Trompete waren Fans Hunderte von Kilometern ins „Birdland“ gefahren. Auch diesmal wird es nicht anders sein, wenn der mittlerweile 72-Jährige mit seinem Quintett einen weiten Bogen von den Jazzstandards bis hin zu Bartoks Mikrokosmos spannt. Diesmal geht es um „Infinity“, die Unendlichkeit. Das neue Projekt dieses vielbeschäftigten, verschlossenen Mannes, der abermals mit offener, kraftstrotzender Musik verblüfft. Mit dabei sind der wunderbare Tenorsaxofonist Mark Turner, sein langjähriger Weggefährte Ugonna Okegwo am Bass, der Gitarrist Charles Altura und der Drummer Johnathan Blake. Die fünf kreieren farbige, rätselhaft-mystische Klanglandschaften voller Poesie, Sensibilität, Kraft und Unendlichkeit. Dazwischen schimmert wieder Harrells Flügelhorn wie eine Orchidee im Großstadtchaos. Dieser in jeder Hinsicht einzigartige Musiker erzählt wunderbare Geschichten, die ein Licht auf seine Gefühle, seine Empfindungen werfen. Es verspricht, einmal mehr ein faszinierender, ein atemberaubender Abend zu werden.

Aktuelles Album:
Infinity – High Note HCD 7321/ZYX

 

Jazz im Audi Forum Ingolstadt
10. Okt Do | 20:00 Uhr | EUR 25,- / 20,- |
RAVA`S 80TH ANNIVERSARY
Enrico Rava (tp, flh), Gianluca Petrella (tb), Francesco Diodati (g), Giovanni Guidi (p), Gabriele Evangelista (b), Enrico Morello (dr)
Im Rahmen des 9. Birdland Radio Jazz Festivals

 

Enrico Ravas Karriere dauert nun schon mehr als ein halbes Jahreshundert an, umfasst eine aufsehenerregende Zeit in New York, in der er die Parameter der Avantgarde unter anderem mit Cecil Taylor neu definierte, eine nicht minder spannende Abenteuer-Periode in Buenos Aires und die triumphale Rückkehr in seine italienische Heimat. Am 20. August feierte der weltbekannte Trompeter seinen 80. Geburtstag – und jetzt nachträglich auch in Ingolstadt mit seinen jüngeren Freunden. Man kann die sechs Musiker, wie sie auf der Bühne des museum mobile im Audi Forum Ingolstadt stehen, auch als Rudel hungriger Wölfe bezeichnen, das sich um seinen Leitwolf schart. Geistesverwandte, die sich mit ihm verbünden, ihn als primus inter pares akzeptieren. Sie transformieren Songs von früher in die Gegenwart, schaffen aber auch Neues, Aufregendes, Bewegendes, etwas nicht Alltägliches. Klangskulpturen voller erratischer Schönheit, schwelgend, bittersüß, bluesig, lustvoll, transparent. Allesamt könnten sie als Söhne des großen Meisters durchgehen: Pianist Giovanni Guidi, Bassist Gabriele Evangelista, Posaunist Gianluca Petrella, der Rava seit 2007 als Diskussionspartner nicht mehr von der Seite weicht, Drummer Enrico Morello und Gitarrist Francesco Diodati. Im Ineinandergreifen all dieser Individuen entsteht Musik, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Eine Sternstunde.

 

11. Okt Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Classical, Mainstream
DIETER ILG TRIO „B-A-C-H“
Dieter Ilg (b), Rainer Böhm (p), Patrice Héral (dr)
Art of Piano 213
Im Rahmen der 72. Neuburger Barockkonzerte

 

Dieter Ilg darf man zu den wichtigsten Jazzbassisten der Welt rechnen. Nicht nur als begnadeter Spieler, der mit Randy Brecker, Charlie Mariano und dem Mangelsdorff/Dauner Quintett arbeitete sowie aktuell ein Duo mit Till Brönner bildet, sondern vor allem, weil er mit den eigenen Projekten seine klassischen Wurzeln so schlüssig erforscht und in den Jazz überführt wie kein anderer. 2009 stellte Ilg dafür ein Trio mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem Schlagzeuger Patrice Héral zusammen. Den Auftakt machte Giuseppe Verdis „Otello“, dann folgten Richard Wagners „Parsifal“ und „Mein Beethoven“. Nun steht Johann Sebastian Bach in Ilgs Fokus, jener Barockkomponist, der mit seiner gewaltigen Schöpferkraft den Fortlauf der abendländischen Kunstmusik entscheidend beeinflusste. Bach sei, auch wenn das viele dächten, nicht leichter zu bearbeiten als etwa Beethoven. Dass Ilg sich nicht mit dem Erwartbaren begnügt, zeigen auch die ausgewählten Vorlagen: Mit „Air“ und „Siciliano“ landeten nur zwei der „Hits“ im Programm. Stattdessen vier der Goldberg-Variationen und zwei der kleinen Präludien aus dem Büchlein für Friedemann Bach oder das Cembalokonzert BWV 1052 und die „Sarabande“. Das perfekte Jazz-Intermezzo für die Neuburger Barockkonzerte, bei denen Ilg die Musik eines alten Meisters wieder taufrisch erklingen lässt.

Aktuelles Album:
B-A-C-H – ACT 9844-2/Edel

 

18. Okt Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream
SCOTT HAMILTON & BERNHARD PICHL TRIO
Scott Hamilton (ts), Bernhard Pichl (p), Rudi Engel (b), Michael Keul (dr)

 

Bis zum vergangenen Jahr gastierte der amerikanische Wunder-Tenorsaxofonist Scott Hamilton nur als Sidekick seines Trompetenfreundes Dusko Goykovich oder als Partner des deutschen Pianisten Olaf Polnziehn im „Birdland“. Dass der vor kurzem erst 65 Jahre alt gewordene Hotblower, den viele als den legitimen Nachfolger solcher Sax-Giganten wie Coleman Hawkins oder Ben Webster bezeichnen, nun mit dem Trio des deutschen Pianisten Bernhard Pichl in Neuburg aufkreuzt, hat seinen guten Grund. Denn der Gentleman will gerade in Zeiten, in denen alles zwanghaft anders, hip und neu klingen muss, ein klares und überzeugendes Plädoyer für die Schönheit, Kraft und Eleganz des „alten“ Jazz dagegenstellen. Mit seiner Erfahrung muss das einfach gelingen: In vier Jahrzehnten im Business zog er unter anderem gemeinsam mit Roy Eldridge, Gerry Mulligan, Charlie Byrd, Red Norvo oder Benny Goodman am selben musikalischen Strang. Der mit reichem Ideenfluss und enormer Gestaltungskraft gesegnete Tenorist gilt als Meister der Balladen. Mit bärenstarken Partnern wie dem versierten Tastenvirtuosen Pichl, dem fein strukturierenden Bassisten Rudi Engl und dem in Neuburg bestens bekannten, lässig swingenden Schlagzeuger Michael Keul bastelt Scott Hamilton erfolgreich an der Rehabilitation eines etwas aus der Mode geratenen Zaubers.

Aktuelles Album:
Street Of Dreams – Ediciones Blau Records EBLR 2502

 

25. Okt Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Hardbop, Modern
BLACK ART JAZZ COLLECTIVE
Wayne Escoffery (ts), Jeremy Pelt (tp), James Burton III (tb), Xavier Davis (p), Vincente Archer (b), Johnathan Blake (dr)
Im Rahmen des 9. Birdland Radio Jazz Festivals

 

Für das Black Art Jazz Collective, ein Querschnitt der wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen amerikanischen Jazz (besonderes Merkmal: Black!) gibt es ein simples Ziel, das so politisch wie nachvollziehbar ist: Eine kreative Plattform für afroamerikanische Künstler ihrer Generation zu schaffen. Das BAJC orientiert sich dabei an ähnlichen geistesverwandten Gruppen aus der Jazzgeschichte. Als eines der prominentesten Vorbilder wären hier die Jazz Messengers von Art Blakey zu nennen, die von den 1940er bis in die 1960er Jahre eine Ära des Hardbop mit unbegrenzter Vitalität, Kraft und Kreativität prägten. Ihre designierten Nachfolger verfolgen heute klar dasselbe Ziel: ihre beeindruckenden technischen und kompositorischen Fähigkeiten ins rechte Licht zu rücken und dabei gleichzeitig als geschlossene Einheit – also als Kollektiv – zu überzeugen. Dabei verzichten der Tenorsaxofonist Wayne Escoffery, der Trompeter Jeremy Pelt, der Posaunist James Burton III, der Pianist Xavier Davis, der Bassist Corcoran Holt und Drummer Johnathan Blake ganz bewusst auf einen echten Leader und kredenzen kompromisslos demokratisch modernen Jazz, der swingt und groovt und die schwarze Jazzgeschichte aufleben lässt. Ein Highlight im Neuburger Jazzherbst.

Aktuelles Album:
Armour Of Pride – High Note HCD 7313/ZYX

 

26. Okt Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream
ROBERTO BOSSARD NEW GROUP
Roberto Bossard (g), Toni Bechtold (ts), Lukas Gernet (p), Raffaele Bossard (b), Dominic Egli (dr)
Im Rahmen des 9. Birdland Radio Jazz Festivals

 

Rund 20 Jahre hat der Schweizer Gitarrist Roberto Bossard gebraucht, um nach der Auflösung seiner ersten „Group“ wieder den Faden aufzunehmen. Mit einer neuen Mannschaft, neuen eigenen Kompositionen (plus einigen sorgfältig arrangierten anderen Stücken), neuen Ideen, aber mit dem alten, mitnichten abgenützten Enthusiasmus. Eine fürwahr gute Entscheidung, die nun von fünf versierten, hochkarätigen Protagonisten voller individueller Klasse, Musikalität, Kreativität und mit viel Schwung in die Tat umgesetzt wird. In einem vielseitigen Repertoire bringen Roberto Bossard, der Tenorsaxofonist Toni Bechtold, der Pianist Lukas Gernet, der Bassist Raffaele Bossard und der Schlagzeuger Dominik Egli ihre individuellen Qualitäten mit viel Feingefühl in einen abgerundeten, harmonischen Band-Sound ein, der unwiderstehlich swingt und mitreißende Atmosphären und Momente transportiert. Kleiner Tipp für Gitarrenfreunde: Ein ganz spezieller Genuss dürfte der warme, volle Klang von Roberto Bossards Gibson ES 5 aus dem Jahre 1949 darstellen, die nichts von ihrem Zauber eingebüßt hat. Vielleicht mag dies auf den ersten Blick nostalgisch anmuten. Aber in Wirklichkeit servieren Roberto Bossard und Co. modernen, zeitlosen Jazz auf allerhöchstem Niveau. Ein besonderer Genuss zum Monatsende.

Aktuelles Album:
Nostalgia – Privave Records PR2018.1

 

AFTER WORK JAZZ LOUNGE – OKTOBER 2019
… in der Bar und Lounge im Audi Forum Ingolstadt, Ettinger Straße
Beginn jeweils ab 18:00 Uhr, Eintritt frei!
After Work Jazz Lounge im Audi Forum Ingolstadt
17. Okt Do | 18:00 Uhr | Eintritt frei
GERI & THE WAGTAILS

 

Das Trio „Geri & the Wagtails“ spielt eine bunte Mischung aus swingender Jazzmusik a la Frank Sinatra, gepaart mit modernen Eigeninterpretationen, lauschigem Barsound und groovigen Rhythmen, die kaum ein Bein stillstehen lassen. Die Stimme von Gerald Bach am Gesang und Schlagzeug, überrascht und überzeugt vom ersten Moment an. Er wird begleitet von Martin Reichart am Kontrabass und Hans Finsterer am E Piano und der Melodica.

 

After Work Jazz Lounge im Audi Forum Ingolstadt
24. Okt Do | 18:00 Uhr | Eintritt frei
GEOFF GOODMAN – MATTHIEU BORDENAVE

 

Seit vielen Jahren gestaltet musikalisch der amerikanische Gitarrist Geoff Goodman die AFTER WORK JAZZ LOUNGE mit wechselnden Duo Partnern. Nun hat er mit dem französischen Saxophonisten und Klarinettisten Matthieu Bordenave ein neues Programm zusammengestellt. Matthieu zählt zu den interessantesten europäischen Reed-Bläsern. Am Nationalkonservatorium Paris (CNSM) studierte er in der Jazzabteilung. Mittlerweile spielt er in verschiedenen Bands auf internationalen Bühnen.

 

After Work Jazz Lounge im Audi Forum Ingolstadt
31. Okt Do | 18:00 Uhr | Eintritt frei
MARCIA BITTENCOURT & MICHAEL ARLT

 

Eine hervorragende brasilianische Sängerin mit einer tollen Bühnenpräsenz und dem Draht
zum Publikum begleitet von vielseitiger und virtuoser Gitarre von Michael Arlt , ein Leckerbissen für die AFTER WORK JAZZ LOUNGE: Das Duo präsentiert die ganze Bandbreite brasilianischer Musik mit großer Leichtigkeit. Geboten werden hörenswerte Kompositionen von Roberto Menescal, Ivan Lins, Jorge Ben, Djavan, Ary Barroso und Antonio Carlos Jobim in spannenden und frischen Fassungen präsentiert.

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