sauer_heinz02_by_anna_meuer_klDas Birdland am Samstag/Sonntag

Samstag, 23.02.2013, 20:30 Uhr
Heinz Sauer – Bob Degen
Heinz Sauer (ts), Bob Degen (p)

Journalisten verleihen ihm den Adelstitel „Tenor-Titan“, bezeichnen ihn als „Altmeister“ oder als „Urgestein“. AnlĂ€sslich seines 80. Geburtstags am 25. Dezember stand ganz Jazz-Deutschland Spalier und wĂŒrdigte sein Lebenswerk, das ein StĂŒck nationaler Kulturgeschichte geworden ist. Doch auf all dies legt Heinz Sauer wenig Wert. Er definiert und artikuliert sich viel lieber ĂŒber die Musik, die fĂŒr ihn die Funktion eines Kreislaufsystems ĂŒbernommen hat. Und er hasst OberflĂ€chlichkeit. Der knorrige Hesse zelebriert seine Kunst dort, wo sie ihm zuhören und ihn verstehen. In Neuburg half Sauer nach der NeugrĂŒndung des „Birdlands“ ab Mitte der 1980er Jahre mit, den Jazz salonfĂ€hig zu machen. In wechselnden Locations, mal vor 50, mal vor fĂŒnf Zuhörern. Jedes Konzert klang, als wĂ€re es sein letztes. Die Partner waren dabei fast immer die gleichen. Vor allem Bob Degen, diesem seelenverwandten, in Deutschland lebenden, amerikanischen Pianisten, hĂ€lt er unverdrossen die Treue und zelebriert auch 2013 mit ihm ein hoch intimes, schonungslos emotionales Duokonzert. Heinz reißt nie irgendetwas bloß herunter, sondern serviert stets sein Herz auf einem Silbertablett. Jeder einzelne Ton ein Tropfen Blut. Er kann nicht anders. „Ich bin KĂŒnstler und kein Musikant.“ Einer der grĂ¶ĂŸten, den der deutsche Jazz je gesehen hat.

Aktuelle CD:
(Sauer-Wollny) Don’t Explain – ACT 9549-2/Edel Kultur
(Degen) Jake Remembered – Enja ENJ-9567 2/Soulfood

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mintzer_bob04_klSonntag, 24.02.2013, 20:30 Uhr
Bob Mintzer Quintet
Bob Mintzer (ts), John Marshall (tp), Olaf Polziehn (p), John Goldsby (b), Hans Dekker (dr)

Er besitzt etwas, das im Jazz des 21. Jahrhunderts in dieser Kombination kaum mehr vorkommt: eine ĂŒber alle Zweifel erhabene Reputation, einen Ton am Tenorsaxofon, den man aus tausend anderen sofort heraushört, sowie ein GespĂŒr fĂŒr gute, substanzielle, aber nicht kopflastige Kompositionen. In der Tat gehört Bob Mintzer mit seinen mittlerweile 60 Jahren zu einer aussterbenden Spezies. Nur wenige lebende Jazzmusiker setzten derart markante Steine auf ihrem Karriereweg, sei es in der Jazz- oder in der Fusion-Szene. Schon in den 1970er Jahren erwarb er sich als Klarinettist und Saxofonist im Thad Jones/Mel Lewis Orchestra einen beachtlichen Ruf. Vor allem jedoch kreierte Mintzer den unverwechselbaren Sound der legendĂ€ren Fusion-Band Yellowjackets. WĂ€hrend der Arbeit an einem Auftragswerks fĂŒr die WDR Big Band nĂŒtzt der hagere, dynamische Amerikaner nun einen Off-Day, um mit seinen Landsleuten John Marshall (Trompete) und John Goldsby (Bass), dem deutschen Pianisten Olaf Polziehn und dem niederlĂ€ndischen Drummer Hans Dekker, das Neuburger „Birdland“ zu besuchen. Dort, wo der Jazz tatsĂ€chlich noch lebt, schöpfen Mintzer und Co. neue Kraft und frönen ohne Vorgaben ihrer unbĂ€ndigen Lust an der Musik. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen fĂŒr eine unerwartete Sternstunde.

Aktuelle CD:
Timeline (Yellowjackets) – Mack Avenue 1058/Challenge

SitzplĂ€tze nur noch links von der BĂŒhne!

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