Rathausfletz wird zum Labor

StĂ€dtische Galerie – Ausstellungseröffnung am Sonntag

Die stĂ€dtische Galerie Neuburg verwandelt sich ab kommenden Sonntag, 19. Mai, in ein „retrofuturistisches Labor“. Hinter dem spannenden Kunstprojekt steckt Markus Jordan, der in den letzten Jahren unter anderem auch durch seine spektakulĂ€ren BĂŒhnenrequisiten im IngolstĂ€dter Theater auf sich aufmerksam machte. Im „Labor“ zeigt Jordan seltsam-bizarre Apparaturen und absurd-komische GerĂ€tschaften, die auf den ersten Blick aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheinen und dann doch ganz zeitgenössische Kunst sind.

Bereits der Begriff „Retro-Futurismus“ ist eigentlich ein Paradoxon, denn welchen Sinn sollte es machen, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu blicken, wenn man diese doch aus der Gegenwart lĂ€ngst kennt? Als stilistischer Ausdruck wurde der Begriff in den 1980er erstmals verwendet und in den 1990er Jahren dann zu einer echten Retro-Bewegung, die sich in ihren kĂŒnstlerischen Werken ganz bewusst auf Zukunftsvisionen der Vergangenheit bezieht, dabei aber nicht historisch genau vorgeht, sondern diese eher als Inspiration fĂŒr neue Arbeiten versteht. Als Modebewegung und in der Literatur wurde dabei auch der bekanntere Stilbegriff des Steampunks geboren.

Vom „Stereokaleidoskop“ bis zum faradayschen KĂ€fig, von „Neptuns Gulli“ bis hin zum lichtkotzenden Pferdegerippe: In Jordans Labor gibt es Vieles zu entdecken, erscheint der Ausstellungsraum doch wie eine rĂ€tselhafte Dunkelkammer aus lĂ€ngst vergangenen Zeiten. Jordan arbeitet dabei vielfach mit gebrauchten GegenstĂ€nden, die auf dem Weg zur sicheren Vernichtung waren und nun doch in ungewöhnlicher Funktion weiterbestehen dĂŒrfen. Die Besucher dĂŒrfen sich die obskuren Objekte nicht nur ansehen, sondern diese zum Teil auch ausprobieren. Ob mit einer Fußtaste bedient, mit dem Joystick gesteuert oder gleich auf dem Luftklavier gespielt: Überall erscheint etwas Seltsames, dessen Sinnhaftigkeit man durchaus in Frage stellen darf.

Das „retrofuturistische Labor“ wird am kommenden Sonntag, 19. Mai, um 11:30 Uhr von Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs, die sich mit dieser Ausstellung zugleich auch als Leiterin der stĂ€dtischen Galerie verabschieden wird, eröffnet. Der Bildhauer Richard Gruber fĂŒhrt in die Ausstellung ein. Zur Eröffnung wird das „tollkĂŒhne Tinnitus Trio“ – Paula Gendrisch am Pneumonium, JĂŒrgen Schulze an elektroemotionalen Stahlblechen und Johannes Greiner am elektroakustischen Taschenrechner – im Labor ein „Klangexperiment“ durchfĂŒhren.

Die Ausstellung lĂ€uft bis einschließlich 16. Juni und ist Donnerstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Quelle: Stadt Neuburg an der Donau
Bild: Markus Jordan

Check Also

Bodo Wartke – Ingolstadt, Festsaal

Bodo Wartke – Ingolstadt, Festsaal Mit seinem fĂŒnften Klavierkabarettprogramm bezeug…